Self ERP   Installation und Modulentwicklung mit OpenERP

Inhalt

3 Installation 3.1 Zielsetzung 3.2 Download 3.3 Installation des Gastsystems 3.4 Installation von Jeos 3.5 Einrichten des virtuellen Netzwerkes 3.5.1 Einrichten einer Netzwerk Bridge 3.5.2 Einrichten als NAT Routers 3.6 Einrichten der OpenERP Servers 3.6.1 Download einiger Werkzeuge 3.6.2 Download des Installers 3.6.3 Konfiguration des Installers 3.6.4 Installation der Serversoftware 3.6.5 Inbetriebnahme 3.7 Installation eines Samba Servers (optional)

3 Installation

3.1 Zielsetzung

Als Wirt-System kann auch ein anderes Betriebssystem genutzt werden. Die Installation des Wirts ist nicht Bestandteil dieser Anleitung und wird dem Leser überlassen.

3.2 Download

Nach dem ein geeigneter Wirt installiert wurde, zur Verfügung steht, sowie mit dem Internet verbunden ist, müssen (vom Wirt aus) folgende Software Pakete heruntergeladen werden :

Installieren Sie VirtualBox auf dem Wirt System. Beim Download steht ihnen die Option zur Verfügung, direkt die Paketverwaltung zu starten und das Paket zu installieren.

Achtung !
Sofern als Wirt ein Ubuntu 9.04 verwendet wird, sollten Sie darauf achten, das während der Installation das entsprechende Kernel Modul installiert wird (Sie werden danach gefragt). Unter Umständen ist es von Nöten sich einmal ab und wieder anzumelden, bevor im Anwendungsmenü der Punkt Systemwerkzeuge/Sun VirtualBox erscheint

3.3 Installation des Gastsystems

Nach dem Start von VirtualBox muss zunächst eine neue Virtuelle Maschine angelegt werden, in der später das Ubuntu-jeos und OpenERP installiert werden soll. VirtualBox ist dazu in der Lage, mehrere virtuelle Maschinen zu verwalten und parallel laufen zu lassen. Um eine neue Virtuelle Maschine anzulegen betätigen Sie den Neu-Knopf, ein Wizard wird sie durch die einzelnen Installationsschritte führen. Stellen Sie folgende Werte ein

Die Festplatte einer Virtualisierten Maschine wird in einer einzigen Datei mit der Endung VDI gespeichert. Diese Datei kann bis zu der von Ihnen ausgewählten Obergrenze wachsen. Wenn Sie später ein Backup des gesamten OpenERP-Servers, samt seiner Betriebssystem Konfiguration machen möchten, so finden Sie die Datei in Ihrem home-Verzeichnis ( Im Menü unter Orte/Persönlicher Ordner) unter

./VirtualBox/HardDisks

Sie sollten nun eine Datei openerp.vdi in dem Ordner finden.

Achtung !
VirtualBox ist ein versteckter Ordner ! Über den Menüpunkt Ansicht lassen sich versteckte Elemente anzeigen.

3.4 Installation von Jeos

Bevor sie mit der Installation vom Ubuntu-Linux-Jeos innerhalb der Virtuellen Maschine anfangen können, müssen Sie der Virtuellen Maschine mitteilen, wo sie das Jeos-CD-Image findet, das Sie zuvor heruntergeladen haben

Wählen sie in der Listen Ansicht von Sun VirtualBox die openerp Maschine und drücken Sie auf den Ändern-Knopf.

Nun wählen sie den Menüpunkt CD/DVD – ROM, setzen einen Haken bei Laufwerk einbinden und wählen als Option ISO-Abbild. Hinter dem Auswahlfeld für das CD-Abbild finden Sie einen Knopf, mit dem Sie das Jeos-Abbild, das Sie heruntergeladen haben, auswählen können.

Schließen Sie den Dialog und starten sie die Virtuelle Maschine mit dem Start-Knopf. Die Virtuelle Maschine startet mit der Installation-CD von Ubuntu Jeos.

Achtung !
Nach Beendigung der Installation muss das System neu gestartet werden, das macht Jeos automatisch, jedoch müssen sie vorher die „CD“ entfernen. Um das zu bewerkstelligen muss die Virtuelle Maschine nach dem Neustart (am besten bevor die CD erneut neu gestartet wird) beendet werden, indem sie das Fenster schließen.

Wählen sie in der Sun VirtualBox Software openerp und drücken erneut auf den Ändern-Knopf. Unter dem Menüpunkt CD/DVD – ROM, entfernen Sie den Haken bei Laufwerk einbinden wieder.

Jetzt kann die die Virtuelle Maschine erneut gestartet werden, um die Installation zu testen. Die Virtuelle Maschine bootet nun auch ohne das CD-Abbild.

3.5 Einrichten des virtuellen Netzwerkes

Es werden 2 verschiedene Methoden vorgestellt, um die Virtuelle Maschine in das Netzwerk zu integrieren. Somit müssen Sie sich für eines der nächsten beiden Kapitel entscheiden !

Die beiden Methoden unterscheiden sich grundlegend. Bei der Methode NAT dient die IP -Adresse des Wirtes ebenfalls als IP-Adresse des Gastes. Bei der Methode Netzwerk-Bridge wird über die Netzwerkkarte des Wirtes ein 2ter Rechner mit seiner eigenen IP-Adresse "vorgetäuscht".

Seit den neueren Versionen von VirtualBox ist auch die Netzwerk-Bridge sehr leicht zu konfigurieren. Auch bringt eine eigene IP-Adresse für den Wirt große Vorteile mit sich insbesondere, wenn noch weitere virtuelle Maschinen auf dem Wirt laufen, welche die Standard-Ports verwenden und vom Netzwerk aus erreichbar sein sollen.

Somit bietet es sich an die Variante Netzwerk Bridge zu wählen.

Für die nächsten Arbeitsschritte ist es nötig, die virtuelle Maschine herunterzufahren, sofern sie im letzten Kapitel abschließend nochmal hochgefahren wurde. Hierzu melden sie sich mit erpuser und ihrem Passwort (erpuser) an und verwenden das Kommando :

sudo halt
    

Das Fenster der virtuellen Maschine schließt sich automatisch nach dem shutdown.

3.5.1 Einrichten einer Netzwerk Bridge

Wählen sie in der Sun VirtualBox Software openerp und drücken auf den Ändern-Knopf.

Unter dem Menüpunkt Netzwerk, stellen Sie sicher, das Angeschlossen An auf Netzwerk-Brücke steht und wählen Sie unter Name die Netzwerkkarte an der sich die Bridge einklinken soll (im Beispiel : eth1 bei Ihnen wird es wahrscheinlich eth0 sein). Schließen Sie anschließend den Dialog.

Jetzt kann die Virtuelle Maschine wieder gestartet werden. Sie sollten nun in der Lage sein, einen beliebiegen Rechner im Internet von ihrem Gast aus zu pingen.

Achtung !
Die hier beschriebenen Schritte setzen voraus, das sie einen DHCP Server in ihrem Netzwerk verwenden. Anderen Falls, müssen die Netzwerkeinstellungen des Gastes per Hand einstellen.

3.5.2 Einrichten als NAT Routers

NAT ist eine Methode um Datenpakete durch einen Rechner, der als Router arbeitet (in diesem Fall der Wirt), an einen anderen Rechner (der Gast also das Jeos System) hindurchzuleiten. Damit sie NAT-Netzwerk benutzen können, sind einige Arbeitsschritte erforderlich.

Zu nächst müssen Sie überprüfen, ob ihre Virtuelle Maschine auf NAT eingestellt ist. Wählen sie dazu in der Sun VirtualBox Software wieder openerp und drücken auf den Ändern-Knopf.

Unter dem Menüpunkt Netzwerk, stellen Sie sicher, das Angeschlossen An auf NAT steht. Schließen Sie anschließend den Dialog.

Diese Einstellung ist ausreichend für den Gast, um mit dem Netzwerk zu kommunizieren. Um jedoch dem OpenERP Server zu ermöglichen, seinen eigenen Netzwerkdienst anzubieten, muss dies der VirtualBox mitgeteilt werden.

Hierfür gibt es leider keine grafische Benutzeroberfläche. Öffnen sie Anwendungsmenü/Zubehör/Terminal (unter Windows die Eingabeaufforderung) und geben sie der reihe nach folgende Kommandos ein (jedes einzeln mit Enter bestätigen). Sollte es hierbei zu Fehlern kommen, kann es nötig sein, die Virtual Box vor dem Ausführen der Befehle zu schließen. :

VBoxManage setextradata "openerp" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/openerp/Protocol" TCP
VBoxManage setextradata "openerp" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/openerp/GuestPort" 8070
VBoxManage setextradata "openerp" "VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/openerp/HostPort" 8070
    

Jetzt kann die Virtuelle Maschine wieder gestartet werden.

3.6 Einrichten der OpenERP Servers

3.6.1 Download einiger Werkzeuge

Melden Sie sich auf der Virtuellen Maschine mit dem Benutzernamen erpuser und dem von ihnen vergebenen Passwort an. Ubuntu jeos ist eine sehr magere Linux Distribution, somit ist es sinnvoll einige Werkzeuge zu installieren. Geben Sie folgende Kommandos ein und bestätigen sie jeweils mit Enter :

sudo apt-get install mc
sudo apt-get install wget
    

3.6.2 Download des Installers

Zur Installation des OpenERP Systems sind zahlreiche Schritte erforderlich wie Sie auf der Website openerp.com beschrieben sind. Um Tipparbeit zu sparen, habe ich die einzelnen Schritte in einem Shellskript zusammengefasst.

Das Skript kann mit folgendem Kommandos heruntergeladen werden :

wget http://www.selferp.de/download/openerp/tools/installer.sh
chmod 711 ./installer.sh
    

Achtung !
Nach Inbetriebnahme des OpenERP Servers sollte mit dem Kommando

rm ./installer.sh

die Installationsdatei wieder gelöscht werden. Rm steht für remove und löscht die angegebene Datei.

Zumal der Befehl chmod 711 bewirkt, das jeder Benutzer auf dem System die Installation starten (wenn auch nicht vollenden) kann. Sollten sie dies nicht vergessen.

3.6.3 Konfiguration des Installers

Damit installer.sh richtig arbeiten kann, müssen noch ein paar Einstellungen vorgenommen bzw. überprüft werden. Hierzu starten sie den Midnight Commander mit dem Kommando :

mc
    

Bewegen sie die Markierung mit den Cursor Tasten auf die Datei installer.sh und drücken F4 um die Datei zu bearbeiten.

Am Anfang des Programms finden Sie die 3 Zeilen :

DOWNLOAD_OPENERP_URL="http://openerp.com/download/stable/source/openerp-server-5.0.1-0.tar.gz"
FILENAME_OPENERP="openerp-server-5.0.1-0"
ERPUSER="erpuser"
    

Unter DOWNLOAD_OPENERP_URL tragen sie die Adresse des Download Links zur aktuellen Version von openerp ein, ober belassen es bei der Version 5.0.1-0.

Unter FILENAME_OPENERP tragen Sie exakt den Namen der Datei ein, die sie zuvor unter DOWNLOAD_OPENERP_URL zum Download gewählt haben, nur ohne den Pfad und ohne die Dateiendung .tar.gz.

Sofern Sie ihrem System-Benutzer einen anderen Namen als erpuser gegeben haben, tragen Sie diesen unter ERPUSER ein.

Drücken sie F2 um zu speichern und verlassen sie den Editor mit Escape. Beenden Sie den Midnight Commander entweder mit F10 oder in dem sie exit tippen und enter drücken.

Sie sind wieder zurück in der Eingabeaufforderung.

3.6.4 Installation der Serversoftware

Starten Sie den installer.sh :

sudo ./installer.sh
    

Achtung !
Im Laufe der Installation werden sie mehrmals nach Bestätigungen und einmal nach einem neuem Passwort für den Datenbank Benutzer gefragt.

Die einzelnen Kommandos die während der Installation angewendet werden, können sie einsehen, indem sie installer.sh mit dem mc öffnen (siehe vorheriges Kapitel). Weitestgehend entsprechen sie denen der Installationsanleitung auf der openerp Seite. Lediglich die Erzeugung eines Startskripts und der Konfigurationsdatei wurde hinzugefügt.

3.6.5 Inbetriebnahme

Sie können den erpserver mit dem folgendem Befehl starten :

sudo /etc/init.d/openerp start
    

Sie können den erpserver mit dem folgendem Befehl anhalten :

sudo /etc/init.d/openerp stop
    

Bringen Sie die IP-Adresse des Wirt-Systems in Erfahrung.

Wenn Sie das Bridge-Netzwerk gewählt haben, tun sie dies in der Konsole des Gastsystems.

Wenn Sie das NAT-Netzwerk gewählt haben, tun sie dies in der VirtualBox-Konsole des Wirtsystems.
Unter Ubuntu 9.04 starten sie diese über das Menü Anwendungen/Zubehör/Terminal.

In der für Sie passenden Konsole geben Sie folgendes Kommando ein :

ifconfig
    

Unter dem Eintrag inet Address finden sie ihre IP-Adresse. (Bspw. : 192.168.0.5).

Wechseln sie zu einem beliebigen Rechner in ihrem Netzwerk und starten sie den OpenERP Client. Im Login-Fenster ändern sie die Servereinstellungen indem sie unter dem Feld Server die ermittelte IP-Adresse eintragen. Der Port und das Protokoll bleibt bestehen.

Bei erfolgreicher Installation sollte das Login melden, das es keine Datenbank finden kann und sie eine erzeugen sollen – was Sie über das Menü des Clients tun können.

3.7 Installation eines Samba Servers (optional)

Sofern Sie sich ebenfalls mit dem Kapitel Modul-Entwicklung beschäftigen, wird ihnen das Arbeiten mit dem Midnight Commander sicher bald zu umständlich. Wünschenswert wäre die bekannten komfortablen Entwicklungstools zu verwenden.

Um dies zu bewerktställigen, muß ermöglicht werden, auf bspw. das addons Verzeichnis des Servers, von jedem Rechner im Netzwerk aus (auch dem Wirt selber) zuzugreifen. Hierzu wird der Netzwerkdienst Samba verwendet, der es ermöglicht, ein beliebiges Verzeichnis des ERP-Servers im Windows-Netzwerk freizugeben.

Achtung !
Dieses Kapitel setzt eine Netzwerk-Bridge vorraus.

Zunächst Installieren Sie Samba :

sudo apt-get install samba
    

Da samba, das auf einem Ubuntu-Linux läuft, an die Benutzer-Lese/Schreib-Rechte eines Linux-Systems gebunden ist, der Samba-server aber mit einem Windows-Netzwerk kommuniziert, muß hier eine Zuordnung zwischen Windownetzwerk-Benutzer und Linuxbenutzer stattfinden. Diese wird in einer Datenbank des Sambasystems gespeichert und wird während der Installation automatisch für die Benutzer nobody und erpuser durchgeführt. Wechseln sie auf die Konsole des Gastsystems und überprüfen Sie dies mit dem Kommando :

sudo net rpc user
    

Wobei net ein Programm zur Verwaltung von samba ist und user die Anweisung alle in Samba installierten Benutzer anzuzeigen.

Um mit Samba zu arbeiten, muß lediglich das Passwort für den erpuser vergeben werden. Dies tun sie mit folgendem Kommando :

sudo smbpasswd erpuser
    

Samba sollte nun lauffähig sein, jedoch haben Sie noch keine Angabe dazu gemacht, welche Verzeichnisse auf dem erpserver freigegeben werden sollen. Zunächst starten Sie den Editor des Midnight Commanders mit der Konfigurationsdatei von samba :

sudo mcedit /etc/samba/smb.conf
    

Scrollen Sie an das Ende der Datei und fügen Sie folgende Zeilen hinzu :

[addons]
path = /usr/lib/python2.5/site-packages/openerp-server/addons
read only = no
    

Speichern und beenden sie den Editor.

Damit der Benutzer erpuser auch Dateien im addons Verzeichnis anlegen darf, müssen die Besitzverhältnisse am addons Verzeichnis geändert werden, dies sollte jedoch nur das addons verzeichnis betreffen, die einzelnen addons die nicht zur Entwicklung dienen, sollen auch weiterhin dem root-Nutzer gehören und durch andere Nutzer nicht veränderbar sein. Dies bewerkstelligen sie mit dem Kommando :

sudo chown erpuser:erpuser /usr/lib/python2.5/site-packages/openerp-server/addons
    

Jetzt ist es Zeit, den Samba-Server neu zu starten, damit die Änderungen übernommen werden :

sudo /etc/init.d/samba restart
    

Möchten Sie von einem Windows Rechner aus auf das addons Verzeichnis zugreifen, so tun Sie dies, in dem Sie eine neue Netzwerk Resource hinzufügen, als Netzwerkpfad wählen sie : \\IP-Adresse Ihrer Virtuellen Maschine\addons
Der Benutzer heißt erpuser und als Passwort verwenden Sie das zuvor mit smbpasswd vergebene Passwort.

Möchten Sie von einem Ubuntu Linux Rechner aus auf das addons Verzeichnis zugreifen, so tun Sie dies, in dem unter Sie dem Menü "Orte" "Verbindung mit Server" auswählen und die selben angaben machen, wobei hier der Pfad //IP-Adresse Ihrer Virtuellen Maschine/addons
lauten muß.

Alternativ dazu können sie auch folgende Kommandos im Terminal eingeben :

mkdir /home/erpuser/mnt_addons
sudo mount -t cifs //IP-Adresse Ihrer Virtuellen Maschine/addons /home/erpuser/mnt_addons/ -o username=erpuser,password=Ihr SambaPasswort
		

Mit mkdir legen Sie zunächst ein Verzeichnis an, was in Zukunft als der Ort in ihrem Dateisystem dient, an dem Sie auf das addons Verzeichnis zugreifen möchten. Mit dem anschließenden mount Befehl, wird das addons Verzeichnis des Servers mit ihrem lokalen mnt_addons Verzeichnis verknüpft.

Es bietet sich an, den Mount-Befehl als Terminalanwendung in das Ubuntu Menü einzubauen. Sie müssen jedoch darauf achten, das sie das Kommando erst nach dem Bootvorgang der Virtuellen Maschine ausführen.